Eine sehr erfolgreiche Veranstaltung mit interessanten Neuigkeiten
„Non plus ultra insektenfreundliche“ Pflanzen – Interessante Informationen aus erster Hand
Die beiden Vereine Kräuterpädagogik in Westfalen e.V. und Natur im Garten NRW e.V. hatten gemeinsam in den Kump in Hallenberg (HSK) eingeladen, um neue Erkenntnisse zur Gestaltung von Gärten mit insektenfreundlichen Pflanzen zu erhalten. Mit Dr. Michael Schwerdtfeger konnten sie nicht nur einen interessanten Referenten gewinnen, sondern erfuhren aus seiner Tätigkeit als Kustos des Alten Botanischen Gartens in Göttingen auch viel über die wissenschaftlichen Erfahrungen, die Schwerdtfeger über viele Jahre in der Praxis gewinnen konnte.
Zu den top insektenfreundlichen Pflanzen gehört auf jeden Fall der gelbe Hornklee. Das findet sich selbst auch so bei Wikipedia und dort ist dann auch ein Bild dazu aus dem alten Botanischen Garten in Göttingen zu finden, eben von dem Beet, welches Michael Schwerdtfeger bewusst größer angelegt hat, damit die Wildbienen eine größere Fläche zur Verfügung haben. Nur eine Pflanze kann nicht viel bringen, sagte der Biologe in seinem Vortrag. Und es darf dann z. B. auch ruhig die gelbe Schafgarbe als Gartenpflanze sein. Es muss nicht die weiße Wildform sein. Auch Kohlpflanzen der verschiedensten Sorten sind nützlich für Insekten, wenn man sie z. B. einfach einmal blühen lässt.
Als echter Wildbienenfreund kennt sich Dr. Schwerdtfeger nicht nur mit den passenden Pflanzen aus, sondern er zeichnet Wildbienen auch sehr detailgetreu und konnte auch damit die zahlreichen Zuhörerinnen und Zuhörer im Vortragssaal begeistern. Viele sehr gute und schöne Aufnahmen von Wildbienen konnte der Wissenschaftler auch aus seinem neuen Buch zeigen, die insbesondere dazu einluden, Insekten einfach nur schön und reizvoll zu finden.
Zum Abschluss betonten die beiden Vorsitzenden der Vereine Annerose Schmid und Ute Bienengräber-Killmann, dass dieser Vortrag ein voller Erfolg war und die Begeisterung und Notwendigkeit zur Förderung von Insekten im Garten eine sehr wichtige Aufgabe für alle Gärtnerinnen und Gärtner sei.
Die Organisatoren der beiden Vereine und Dr. Michael Schwerdtfeger waren sehr zufrieden mit der Veranstaltung. (Regina Knecht, Annerose Schmid, Ute Bienengräber-Killmann)
Bericht aus der aktuellen Schulung zum Wildkräuter- und Heilpflanzenpädagogen
Mit „Herzlich willkommen! Komm rein und fühl Dich wohl“ und vorstellenden Worten wurde im April 2025 in Hallenberg jeder Teilnehmer der kräuterpädagogischen Schulung vom Vereinsvorstand und der Dozentin in Empfang genommen, um die Reise in das spannende Reich der Biologie der Pflanzen, ihrer Erkennung und vielfältigen Nutzung anzutreten.
Schöne Wetterphasen wurden an jedem Wochenende abgepasst, um auf Exkursionen in die Botanik aufzubrechen. Hier gibt es die Gelegenheit, Pfanzen zu bestimmen, biologische Themen zu demonstrieren und Naturschutzthemen aufzugreifen. Vor Ort lässt sich zeigen, auf welche Kriterien man als Dozent bei der Auswahl von Wegen zum Beispiel für Kräuterwanderungen, achten sollte.
Die zahlreichen didaktischen Mittel zur Verinnerlichung des Stoffgebietes haben dazu beigetragen, dass die Inhalte für jeden greifbar werden.
Schon am zweiten Wochenende erarbeiteten sich die Teilnehmer die Frage, welche Inhaltsstoffe in Pflanzen, welche Wirkungen entfalten, an verschiedenen Stationen, in denen Versuche mit Pflanzen durchgeführt wurden. Anhand der Beobachtungen bei den Experimenten, konnte so in Kleingruppen deren Wirkung durch gezielte Informationen erarbeitet werden.
Stand ein Vortrag der Dozentin an, gab es Möglichkeiten, Inhalte durch Fragen zu Zweit miteinander zu wiederholen. Wann verschiedene Unterrichts-Methoden Spaß machen, zum Lernerfolg führen und wann sie fehlschlagen, war für die eigenen didaktischen Fähigkeiten abseits der dabei behandelten biologischen Themen für die Teilnehmer ein weiterer Zugewinn.
Die Frage, wie Heilpflanzen wirken, stößt bei allen Teilnehmern auf Interesse. Mit dem Beginn der Erstellung einer Hausapotheke für den Eigenbedarf werden diese Themen auch zuhause anhand der Erfahrungen mit den Mitteln praktisch abgerundet. So haben nun alle das Handwerkszeug abzuschätzen, wann Ölauszüge, Tinkturen oder Teeauszüge bei verschiedenen Pflanzen sinnvoll sind und wie man sie herstellt. Auch die Herstellung von Salben, Cremes, Lippenbalsamen, aromatisierten Zuckerhagel, aber auch tradierte Zubereitungen wie Oxymel sind allen bereits nach Absolvieren der Hälfte des Kurses geläufig. Bis zu welchem Grad die Selbstbehandlung mit Heilpflanzen geeignet ist und bei welchen Anzeichen ein Arzt aufgesucht werden sollte, ist der Dozentin Apothekerin Dr. Katharina Vogelsang, ein ebenso wichtiger Aspekt der Heilpflanzenkunde.
Für das Lernen mit allen Sinnen ist der Lehrgarten „Kräuterkümpchen“ im Zentrum Hallenbergs eine Bereicherung für den Kurs.
Dass man anhand gemeinsamer Merkmale von Blütenpflanzen zuweilen auch wegen ähnlich wirksamer Inhaltsstoffe Aussagen über ihre Wirkung, Nutzung oder Giftigkeit machen kann, hat die Teilnehmer erstaunt. Hierzu gibt es hilfreiche Arbeitsmaterialien in Form von Mindmaps im Unterricht. An diesem Punkt verbindet sich botanisches Wissen mit dem Wissen über Heilpflanzenkunde, ohne dass eine KI-basierte App auf dem Smartphone bei dem Fund einer Pflanze konsultiert werden muss, der eine Recherche zur Nutzung oft noch mühsam folgt.
Die Gruppe ist mit etwa 14 Teilnehmern durch ihre gemeinsamen Interessen und mit schönen Erlebnissen zusammengewachsen.
Es bietet sich ein großer Strauß unterschiedlicher Themen und viel Auswahlmöglichkeiten für die Teilnehmer, neu erweckten Interessen nachzugehen.
Es wachsen Freundschaften, auch mit Mitgliedern des Vereins, die während der Ausbildung präsent sind und an den Erlebnissen teilhaben.
So entsteht eine bleibende Verbindung von Gleichgesinnten, sicher auch über das Kursende im Folgejahr hinaus.
Dr. Katharina Vogelsang (Kursleitung bei der VHS Hochsauerland)


Fortbildung zur Destillation von ätherischen Ölen und deren Verarbeitung in Naturduftmischungen und -parfums








Am 19.07.2025 fand eine umfangreiche Fortbildung für unsere Mitglieder und interessierte fachkundige Kräuterkundler im Münsterland bei OdorNaturalis, der Manufaktur für Naturduftmischungen von unserem Mitglied Dr. Franz Killmann aus Ennigerloh statt.
Einen ganzen Tag konnten sich die Teilnehmer intensiv und vor Ort sowohl theoretisch als auch praktisch mit dem Thema beschäftigen und erhielten einen intensiven Einblick in die faszinierende Welt der Naturdüfte. Das strahlend schöne Wetter und und die sehr gute Gruppendynamik ergänzten den Fortbildungserfolg ganzheitlich. Wir wollen weitermachen, wir möchten uns wiedersehen, war die gemeinsame Meinung der Gruppe. Wie wäre es mit einem Fortsetzungkurs im nächsten Jahr? Es gibt noch so viel zu entdecken.

